KI-Workshops für Patientenorganisationen: Was wirklich funktioniert
Seit mehreren Jahren halte ich KI-Workshops für Menschen mit Krebs — in Patientenorganisationen, Krebsberatungsstellen, Kliniken und digitalen Formaten. Ich habe dabei gelernt, was funktioniert und was nicht. Dieser Beitrag ist für Organisationen, die überlegen ob und wie sie so ein Format anbieten wollen.
Was Betroffene wirklich mitbringen — und was nicht
Der größte Irrtum bei der Planung von KI-Workshops für erkrankte Menschen: die Annahme, das Hauptproblem sei technisches Unverständnis. Das stimmt nicht.
Die meisten Teilnehmenden die zu mir in Workshops kommen, sind intelligent, lernwillig und durchaus technikaffin. Was sie mitbringen, ist etwas anderes: Energiemangel durch Fatigue, kognitive Einschränkungen durch Therapie, und eine Menge Fragen die sie nie stellen konnten, weil niemand Zeit hatte.
Gute Workshops beginnen damit, das zu verstehen.
Was in Workshops wirklich funktioniert
Konkrete Anwendungen statt Technologieübersicht
Kein Mensch mit Krebs braucht einen Vortrag über große Sprachmodelle und ihre Architektur. Was gebraucht wird: zeigen, wie ich jetzt, mit diesem Tool, diese konkrete Situation besser bewältig. Befund verstehen. Frage formulieren. Brief schreiben. Termine priorisieren.
Je konkreter, desto besser. Ich arbeite in Workshops immer mit echten Beispielen — eigenen und solchen die Teilnehmende mitbringen.
Kleine Gruppen, viel Raum für Fragen
Zwanzig bis dreißig Personen ist das Maximum für ein Format das wirklich funktioniert. Darüber verliert man den Kontakt. Menschen mit Erkrankung brauchen Raum, unsichere Fragen zu stellen. Das geht in kleinen Gruppen.
Datenschutz und Sicherheit von Anfang an
Die Frage was die KI mit meinen Daten macht, kommt immer. Sie muss von Anfang an beantwortet werden — ehrlich und verständlich. Wer das umgeht oder vereinfacht, verliert Vertrauen.
Ich erkläre in jedem Workshop, wie ich persönlich mit Gesundheitsdaten in KI-Tools umgehe: was ich eingebe, was ich weglasse, welche Einstellungen ich nutze. Das ist praxisnah und gibt Orientierung.
Keine Euphorie, keine Panikmache
Betroffene haben wenig Geduld für Extreme — weder für KI-Begeisterung die an Realität vorbeiredet, noch für Warnungen die Angst erzeugen ohne Handlungsoptionen zu geben. Was zählt ist nüchterne Einordnung: Das kann KI heute. Das kann sie nicht. Hier solltest du selbst entscheiden.
Was Organisationen vor einem Workshop klären sollten
• Wer ist die Zielgruppe genau — Menschen in aktiver Behandlung, in der Nachsorge, Angehörige?
• Welches Vorwissen bringen Teilnehmende mit?
• Haben Teilnehmende Smartphones oder Laptops zur Verfügung — oder braucht es Geräte?
• Wie viel Zeit steht zur Verfügung: 90 Minuten, ein halber Tag, eine Workshopreihe?
• Gibt es spezifische Themen oder Situationen die im Vordergrund stehen sollen?
Diese Fragen entscheiden massgeblich über das Format. Ein 90-Minuten-Impuls funktioniert anders als eine dreiteilige Reihe. Beides hat seinen Platz, aber nur wenn es zum Kontext passt.
Was gute Workshops beweisen
Ich habe in Workshops erlebt, wie jemand zum ersten Mal verstanden hat, dass er die KI einfach fragen kann was ihn wirklich beschäftigt — ohne Formulierungsangst, ohne Zeitdruck, ohne Angst das Falsche zu sagen. Das verändert etwas.
KI wird keine Krebserkrankung leichter machen. Aber sie kann in konkreten Momenten entlasten. Genau das ist der Ausgangspunkt jedes Workshops den ich halte.
Ich biete KI-Workshops für Patientenorganisationen, Krebsberatungsstellen, Kliniken und Unternehmen an — online und vor Ort, auf Deutsch. Anfragen gerne über das Kontaktformular. Mehr dazu hier