Fatigue und KI: Wie ich mit wenig Energie trotzdem handlungsfähig bleibe

Fatigue ist eines der am häufigsten unterschätzten Symptome bei Krebs. Keine normale Müdigkeit, die nach einer Nacht Schlaf weg ist. Sondern eine tiefe, anhaltende Erschöpfung, die Entscheidungen schwer macht, Kommunikation kostet und das Gefühl gibt, hinter dem eigenen Leben herzulaufen.

Ich kenne das. Und ich habe über Zeit gelernt, wo KI mir helfen kann, diese Energie besser einzusetzen.

Hier sind fünf konkrete Situationen, in denen ich KI nutze, um Energie zu sparen.

1. E-Mails und Nachrichten formulieren

Eine E-Mail an die Krankenkasse schreiben. Eine Absage formulieren. Kolleg*innen informieren. Das klingt simpel – ist aber mit Fatigue aufwendiger, als man denkt.

Ich schreibe der KI, was ich sagen will (in Stichpunkten, so kurz wie möglich), und bitte sie, eine vollständige, freundliche E-Mail daraus zu machen. Ich lese sie durch, passe an, schicke ab. Das dauert statt 20 Minuten noch 3.

2. Recherche strukturieren

Wenn ich nach einer neuen Information suche – zu einer Therapieoption, zu Nebenwirkungen, zu Unterstützungsangeboten – kann eine KI mir helfen, schneller zu einem Überblick zu kommen, als wenn ich mich durch Dutzende Webseiten arbeite.

Ich frage gezielt: „Erkläre mir kurz, was [Begriff] bedeutet" oder „Was sind die häufigsten Fragen, die Patient*innen mit [Diagnose] zu diesem Thema haben?" Dann entscheide ich, was ich vertiefen will – und was nicht.

3. Gespräche vorbereiten – nicht nur mit Ärzt*innen

Nicht nur Gespräche mit Ärztinnen kosten Energie. Auch das Gespräch mit der Arbeitgeberin über Rückkehr. Das Gespräch mit Eltern, die nicht wissen, wie sie reagieren sollen. Das Gespräch mit Freund*innen, denen man erklären will, wie es einem wirklich geht.

Ich nutze KI, um solche Gespräche vorzubereiten: Was will ich sagen? Was will ich auf keinen Fall sagen? Welche Reaktion befürchte ich – und wie gehe ich damit um? Das Gespräch führe ich allein. Die Vorbereitung spare ich mir mit Unterstützung.

4. Informationen zusammenfassen

Lange Dokumente lesen – Versicherungsunterlagen, Reha-Anträge, Studientexte – ist anstrengend. Ich kopiere relevante Abschnitte (ohne persönliche Daten) in den KI-Chat und bitte um eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte in drei Sätzen. Das spart Lesezeit und Konzentration.

5. Den Tag strukturieren

An schwierigen Tagen hilft es mir, morgens kurz aufzuschreiben, was anliegt, und die KI zu bitten, mir dabei zu helfen, das in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen – basierend auf Energie, nicht auf Dringlichkeit. Was kann warten? Was muss heute sein? Was kann jemand anderes übernehmen?

Das ist keine Wunderformel. Aber es hilft mir, nicht in der Überforderung stecken zu bleiben.

Was ich dabei immer im Blick behalte

KI ist kein Ersatz für Entlastung durch echte Menschen. Wenn die Erschöpfung anhält, wenn Alltagsaufgaben dauerhaft zu viel sind – dann sind psychoonkologische Begleitung, Sozialberaterinnen und das Behandlungsteam die richtigen Ansprechpartnerinnen. KI ist ein Werkzeug für die Momente dazwischen. Aber diese Momente dazwischen gibt es viele. Und dort kann KI wirklich etwas beitragen.

Lade dir hier den kostenfreien KI-Leitfaden herunter.

Hinweis: Dieser Artikel gibt persönliche Erfahrungen und allgemeine Informationen wieder. Er ersetzt keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an dein Behandlungsteam.

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KI und Krebs: Was kann KI wirklich leisten – und was nicht?

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