Datenschutz: Was darf ich der KI eigentlich erzählen?

Es ist eine der Fragen, die ich am häufigsten höre – von Betroffenen, von Angehörigen, von Menschen, die neugierig auf KI sind, aber zögern:

„Darf ich der KI überhaupt von meiner Erkrankung erzählen?"

Die kurze Antwort: Ja – aber mit Bedacht. Und es lohnt sich, einmal genau zu verstehen, was im Hintergrund passiert, wenn man ChatGPT oder ähnliche Tools nutzt. Dann kann man selbst entscheiden, was man teilt und was nicht.

Was passiert mit dem, was ich eingebe?

Wenn du etwas in einen KI-Chat eingibst, wird dieser Text an einen Server übermittelt – in der Regel in die USA. Die Anbieter (OpenAI bei ChatGPT, Google bei Gemini usw.) speichern diese Daten und können sie je nach Einstellung für das Training ihrer Modelle verwenden.

Das bedeutet: Was du eingibst, ist nicht automatisch privat. Es ist nicht wie ein Gespräch mit einer Ärzt*in, das der Schweigepflicht unterliegt. Es ist eher wie eine E-Mail – sie geht irgendwo hin, und du hast nicht vollständige Kontrolle darüber, was danach damit passiert.

Was ich deshalb nie eingebe

Ich halte mich an eine einfache Regel: Ich gebe keine Daten ein, die mich eindeutig als Person identifizierbar machen. Konkret bedeutet das:

Keinen vollständigen Namen. Weder meinen eigenen noch den meiner Ärzt*innen oder des Krankenhauses.

Keine Versicherungsnummern, Geburtsdaten oder Adressen. Diese Kombination macht mich sofort identifizierbar.

Keinen vollständigen Arztbrief als Upload. Auch wenn das verlockend ist – ein Arztbrief enthält Namen, Diagnosen, behandelnde Ärzt*innen, Daten. Das ist zu viel auf einmal.

Keine Fotos von Befunden oder medizinischen Dokumenten mit meinen persönlichen Daten darauf.

Was ich stattdessen mache

Es ist erstaunlich, wie viel man fragen kann, ohne persönliche Daten preiszugeben.

Statt: „Ich, [Name], habe Brustkrebs im Stadium II und folgende Blutwerte..." Schreibe ich: „Eine Person hat Brustkrebs im Stadium II und folgende Befunde. Was bedeutet das?"

Statt den vollständigen Arztbrief hochzuladen, kopiere ich nur den Abschnitt, den ich nicht verstehe – ohne die Kopfzeile mit meinem Namen.

Die KI braucht meinen Namen nicht, um mir eine gute Antwort zu geben. Sie braucht den Kontext – und den kann ich beschreiben, ohne mich zu identifizieren.

Gibt es sicherere Alternativen?

Ja. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann folgendes tun:

Trainings-Funktion deaktivieren. Bei ChatGPT kann man in den Einstellungen unter „Datenkontrolle" die Option deaktivieren, dass Gespräche für das Modelltraining genutzt werden. Das ist kein vollständiger Schutz, aber ein Schritt.

ChatGPT ohne Konto nutzen. Ohne eingeloggtes Konto werden Gespräche weniger dauerhaft gespeichert – aber auch hier gilt: vollständige Anonymität gibt es nicht.

Europäische Alternativen prüfen. Es gibt KI-Anbieter mit Servern in Europa und strengeren Datenschutzrichtlinien. Sie sind oft weniger bekannt, aber für sensible Anwendungsfälle eine Überlegung wert.

Was ich grundsätzlich empfehle

Behandle KI-Chats wie eine Postkarte, nicht wie einen Brief im verschlossenen Umschlag. Schreibe nichts hinein, das du nicht auch auf einer Postkarte stehen haben möchtest.

Das klingt einschränkend – ist es aber in der Praxis kaum. Ich nutze KI täglich, und ich habe noch nie das Gefühl gehabt, dass ich wirklich persönliche Daten bräuchte, um die Antworten zu bekommen, die mir helfen.

Datenschutz ist keine Ablehnung von KI

Ich erlebe manchmal, dass das Thema Datenschutz dazu führt, dass Menschen KI ganz ablehnen. Das finde ich schade. Datenschutz ist kein Argument gegen KI – es ist ein Argument für bewusste Nutzung.

Wer versteht, was im Hintergrund passiert, kann selbst entscheiden. Und diese Selbstbestimmung – auch im Umgang mit digitalen Werkzeugen – ist genau das, worum es mir geht.

Du willst KI ausprobieren, aber weißt nicht wie? Der Prompt-Generator zeigt dir, wie du KI ohne persönliche Daten sinnvoll nutzen kannst.

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