Tumor-Eigenschaften verstehen: HER2, Ki-67, Rezeptorstatus und Genetik einfach erklärt

Hinweis: Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen wieder und ersetzt keine medizinische Beratung. Die Erklärungen sind allgemein gehalten und nicht auf deinen individuellen Fall anwendbar. Bei Fragen zu deiner Diagnose oder Behandlung wende dich bitte an dein Behandlungsteam.

In einem Krebsbefund steht oft nicht nur, welche Krebsart vorliegt. Häufig werden auch Eigenschaften des Tumors beschrieben: zum Beispiel HER2, Hormonrezeptoren, Ki-67, triple-negativ oder genetische Veränderungen wie BRCA. Diese Begriffe können wichtig für die Therapieplanung sein. Dieser Artikel sammelt die entsprechenden Erklärungen aus dem Glossar.

Die Themenbereiche im Überblick

Tumor-Eigenschaften — HER2-positiv, Hormonrezeptor-positiv, Ki-67, Rezeptorstatus, Triple-negativ

Genetik — BRCA, Genetische Testung

Tumor-Eigenschaften

Diese Begriffe beschreiben die individuellen Merkmale eines Tumors — sie entscheiden oft mit über die Therapie.

HER2-positiv

Tumor mit vielen HER2-Rezeptoren — spricht gut auf bestimmte Therapien an

HER2 ist ein Eiweiß auf der Zelloberfläche. HER2-positive Tumoren haben sehr viele dieser Rezeptoren und wachsen oft schneller. Gleichzeitig gibt es sehr wirksame Therapien speziell für HER2-positive Tumoren — wie Trastuzumab. Etwa 15 Prozent der Brustkrebspatientinnen sind HER2-positiv. HER2-positiv ist keine schlechte Nachricht.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Was bedeutet HER2-positiv für meinen Tumor?

  • Welche Therapien sind speziell für HER2-positive Tumoren verfügbar?

  • Wie stark ist die HER2-Expression bei mir?

Hormonrezeptor-positiv

Tumor wächst durch weibliche Hormone — spricht auf Hormontherapie an

Hormonrezeptor-positive Tumoren haben Andockstellen für Östrogen oder Progesteron und werden durch diese Hormone zum Wachsen angeregt. Das klingt zunächst besorgniserregend, ist aber eigentlich eine gute Nachricht: Diese Tumoren sprechen sehr gut auf Hormontherapien an.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Ist mein Tumor Östrogen- oder Progesteron-Rezeptor-positiv oder beides?

  • Welche Hormontherapie ist für mich geplant?

  • Wie lange muss ich die Hormontherapie nehmen?

Ki-67

Marker für die Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors

Ki-67 ist ein Eiweiß, das in sich teilenden Zellen vorkommt. Der Ki-67-Wert (oft in Prozent angegeben) zeigt, wie schnell ein Tumor wächst — je höher der Wert, desto mehr Zellen teilen sich gerade. Der Wert hilft bei der Einschätzung der Aggressivität und der Therapieplanung.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Wie hoch ist mein Ki-67-Wert?

  • Was bedeutet dieser Wert für die Wachstumsgeschwindigkeit meines Tumors?

  • Beeinflusst der Ki-67-Wert meine Therapieentscheidung?

Rezeptorstatus

Welche Andockstellen ein Tumor auf seinen Zellen trägt

Der Rezeptorstatus beschreibt, welche Andockstellen (Rezeptoren) ein Tumor auf seinen Zellen trägt — etwa für Hormone (Östrogen, Progesteron) oder Wachstumsfaktoren (HER2). Der Rezeptorstatus ist entscheidend für die Therapiewahl, weil bestimmte Behandlungen nur bei passenden Rezeptoren wirken.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Wie lautet mein Rezeptorstatus genau?

  • Welche Therapien sind aufgrund meines Rezeptorstatus möglich?

  • Wurde der Rezeptorstatus vollständig bestimmt?

Triple-negativ

Tumor ohne Östrogen-, Progesteron- und HER2-Rezeptoren

Triple-negativer Brustkrebs bedeutet, dass der Tumor weder Östrogen- noch Progesteron-Rezeptoren hat und auch nicht HER2-positiv ist. Dadurch sind einige Therapien nicht möglich. Gleichzeitig sprechen triple-negative Tumoren oft gut auf Chemotherapie und bestimmte Immuntherapien an. Er tritt häufiger bei jüngeren Patientinnen auf.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Was bedeutet triple-negativ für meine Therapieoptionen?

  • Welche Behandlungen sind bei triple-negativem Brustkrebs besonders wirksam?

  • Ist ein Gentest (z.B. BRCA) bei mir sinnvoll?

Genetik

Begriffe rund um erbliche und tumorspezifische Genveränderungen.

BRCA

Genveränderung die das Brust- und Eierstockkrebsrisiko erhöht

BRCA1 und BRCA2 sind Gene, die normalerweise unkontrolliertes Zellwachstum verhindern. Mutationen in diesen Genen erhöhen das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs erheblich. Für BRCA-mutierte Tumoren gibt es spezielle Therapien (PARP-Inhibitoren). Der BRCA-Status hat auch Bedeutung für Familienangehörige.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Wurde bei mir eine BRCA-Mutation festgestellt?

  • Was bedeutet das für meine Therapie?

  • Sollten meine Familienangehörigen ebenfalls getestet werden?

Genetische Testung

Untersuchung auf erbliche oder tumorspezifische Genveränderungen

Bei einer genetischen Testung wird das Erbgut auf bestimmte Veränderungen untersucht. Man unterscheidet zwischen Keimbahntests (erbliche Veränderungen in allen Körperzellen, z.B. BRCA) und Tumortests (Veränderungen nur im Tumorgewebe). Die Ergebnisse können Therapieentscheidungen und Vorsorge beeinflussen.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Welche Art von genetischem Test wird bei mir gemacht?

  • Was bedeuten die Ergebnisse für meine Therapie?

  • Hat das Ergebnis Konsequenzen für meine Familie?

Wie du diese Begriffe im Alltag nutzt

Weitere Begriffe aus Befund und Behandlung findest du in diesen Artikeln:

Und wenn du den großen Überblick möchtest: In meinem kostenlosen Leitfaden fasse ich alles zusammen, was KI im Krebsalltag leisten kann — und was nicht. —> Leitfaden hier erhalten

Für verlässliche, geprüfte medizinische Informationen empfehle ich den kostenlosen Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (Telefon 0800 420 30 40, täglich 8–20 Uhr) sowie die Deutsche Krebshilfe.

Zurück
Zurück

Therapie-Begriffe bei Krebs: Chemotherapie, Immuntherapie, adjuvant und palliativ erklärt

Weiter
Weiter

Medizinische Fachbegriffe bei Krebs: Grundbegriffe und Diagnostik verständlich erklärt