Medizinische Fachbegriffe bei Krebs: Grundbegriffe und Diagnostik verständlich erklärt

Hinweis: Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen wieder und ersetzt keine medizinische Beratung. Die Erklärungen sind allgemein gehalten und nicht auf deinen individuellen Fall anwendbar. Bei Fragen zu deiner Diagnose oder Behandlung wende dich bitte an dein Behandlungsteam.

Ein Arztbrief oder Befund enthält oft viele Begriffe, die im Gespräch kaum erklärt werden: Tumor, Karzinom, Biopsie, Histologie, Staging oder TNM. Dieser Artikel erklärt dir die wichtigsten Grundbegriffe und diagnostischen Begriffe bei Krebs – damit du besser einordnen kannst, was in deinem Befund steht und welche Fragen du im Arztgespräch stellen möchtest.

Die Themenbereiche im Überblick

Grundbegriffe — Adenokarzinom, Benigne, Carcinoma in situ, Karzinom, Maligne, Primärtumor, Sarkom, Tumor

Diagnostik — Biopsie, CT, Grading, Histologie, Liquid Biopsy, MRT, PET-CT, Staging, TNM-Klassifikation, Tumor-Marker, Zytologie

Grundbegriffe

Diese Begriffe begegnen dir oft ganz am Anfang — sie beschreiben, um was für eine Erkrankung es sich grundsätzlich handelt.

Adenokarzinom

Krebs der aus Drüsengewebe entsteht

Ein Adenokarzinom ist eine bösartige Tumorart, die aus Drüsengewebe entsteht. Solche Drüsen kommen in vielen Organen vor — etwa in Darm, Lunge, Brust, Magen oder Bauchspeicheldrüse. Es ist eine sehr häufige Form von Karzinom.

Fragen, die du stellen kannst:

  • In welchem Organ ist mein Adenokarzinom entstanden?

  • Wie unterscheidet es sich von anderen Krebsformen?

  • Welche Behandlung wird empfohlen?

Benigne

Gutartig — nicht krebsartig

Benigne bedeutet gutartig. Ein benigner Tumor ist ein vermehrtes, aber gutartiges Zellwachstum, das nicht in umliegendes Gewebe einwächst und keine Metastasen bildet. Benigne Tumoren wachsen meist langsam und sind in der Regel weniger gefährlich — können aber je nach Lage trotzdem behandlungsbedürftig sein.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Ist mein Befund benigne oder maligne?

  • Muss ein gutartiger Tumor trotzdem behandelt werden?

  • Wie sicher ist die Einordnung als benigne?

Carcinoma in situ

Frühform von Krebs der noch nicht in umliegendes Gewebe eingewachsen ist

Carcinoma in situ (CIS) bezeichnet eine sehr frühe Form von Krebs, bei der die veränderten Zellen noch auf ihre Ursprungsschicht begrenzt sind und nicht in umliegendes Gewebe eingewachsen sind. In diesem Stadium ist die Erkrankung oft sehr gut behandelbar, da noch keine Streuung stattgefunden hat.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Was bedeutet Carcinoma in situ in meinem Fall?

  • Wie gut sind die Behandlungsaussichten in diesem Stadium?

  • Welche Behandlung wird empfohlen?

Karzinom

Krebs der aus Deck- oder Drüsengewebe entsteht

Ein Karzinom ist eine bösartige Tumorart, die aus Epithelgewebe entsteht — also aus Deckgeweben (z.B. Haut, Schleimhäute) oder Drüsengewebe. Karzinome sind die häufigste Krebsart. Beispiele sind das Mammakarzinom (Brustkrebs) oder das Bronchialkarzinom (Lungenkrebs).

Fragen, die du stellen kannst:

  • Um welche Art von Karzinom handelt es sich bei mir?

  • Von welchem Gewebe geht mein Karzinom aus?

  • Was bedeutet das für meine Behandlung?

Maligne

Bösartig — krebsartig

Maligne bedeutet bösartig. Ein maligner Tumor wächst unkontrolliert, kann in umliegendes Gewebe einwachsen und Metastasen bilden. Das unterscheidet ihn von einem gutartigen (benignen) Tumor. Die Einordnung als maligne erfolgt durch die histologische Untersuchung.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Wie wurde die Bösartigkeit bei mir festgestellt?

  • Wie aggressiv ist mein maligner Tumor (Grading)?

  • Welche Behandlungsschritte folgen jetzt?

Primärtumor

Der ursprüngliche Tumor — von dem Metastasen ausgehen können

Der Primärtumor ist der ursprüngliche, zuerst entstandene Tumor. Von ihm können sich Krebszellen lösen und an anderen Stellen Metastasen (Tochtergeschwülste) bilden. Die Art des Primärtumors bestimmt die Behandlung — auch dann, wenn bereits Metastasen vorliegen.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Wo befindet sich mein Primärtumor?

  • Hat der Primärtumor bereits gestreut?

  • Wie beeinflusst der Primärtumor meine Behandlung?

Sarkom

Krebs der aus Binde-, Stütz- oder Weichgewebe entsteht

Ein Sarkom ist eine bösartige Tumorart, die aus Binde-, Stütz- oder Weichgewebe entsteht — etwa aus Knochen, Knorpel, Muskeln oder Fettgewebe. Sarkome sind deutlich seltener als Karzinome und werden oft in spezialisierten Zentren behandelt.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Aus welchem Gewebe ist mein Sarkom entstanden?

  • Sollte ich in einem spezialisierten Sarkom-Zentrum behandelt werden?

  • Welche Behandlungsoptionen gibt es?

Tumor

Gewebeneubildung — gut- oder bösartig

Ein Tumor ist ganz allgemein eine Gewebeneubildung — eine abnorme Zunahme von Gewebe. Wichtig: Nicht jeder Tumor ist Krebs. Tumoren können gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) sein. Erst die histologische Untersuchung zeigt, um welche Art es sich handelt.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Ist mein Tumor gutartig oder bösartig?

  • Wie groß ist der Tumor und wo befindet er sich?

  • Welche weiteren Untersuchungen sind nötig?

Diagnostik

Begriffe rund um Untersuchungen, mit denen die Erkrankung festgestellt und eingeordnet wird.

Biopsie

Entnahme einer Gewebeprobe zur Untersuchung

Eine Biopsie ist die Entnahme einer kleinen Gewebeprobe, die dann unter dem Mikroskop untersucht wird. Sie ist der sicherste Weg, eine Krebsdiagnose zu bestätigen. Es gibt verschiedene Arten: Stanzbiopsie, Feinnadelbiopsie oder chirurgische Biopsie — je nach Lage und Art des Tumors.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Welche Art von Biopsie ist bei mir geplant?

  • Was genau wird an der Gewebeprobe untersucht?

  • Wann bekomme ich die Ergebnisse?

CT

Computertomographie — Schnittbilder mit Röntgenstrahlung

Das CT (Computertomographie) erzeugt dreidimensionale Schnittbilder mithilfe von Röntgenstrahlung. Es ist schnell, weit verfügbar und gibt gute Bilder von Organen, Knochen und Blutgefäßen. Oft wird Kontrastmittel gegeben, um Strukturen besser sichtbar zu machen.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Warum wird bei mir ein CT gemacht?

  • Wird Kontrastmittel gegeben und muss ich etwas beachten?

  • Wie oft werde ich CT-Untersuchungen bekommen?

Grading

Beurteilung der Aggressivität von Krebszellen

Grading beschreibt, wie stark sich Krebszellen von normalen Zellen unterscheiden. G1 bedeutet, die Zellen sehen noch relativ normal aus — langsames Wachstum. G3 oder G4 bedeutet, die Zellen sind stark verändert — aggressiveres Wachstum. Das Grading beeinflusst die Wahl der Therapie.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Welches Grading wurde bei mir festgestellt?

  • Was bedeutet dieses Grading für die Aggressivität meines Tumors?

  • Beeinflusst das Grading die geplante Therapie?

Histologie

Untersuchung von Gewebeproben unter dem Mikroskop

Histologie ist die Untersuchung von Gewebeproben unter dem Mikroskop. Bei Krebs wird eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen und von Pathologen analysiert. So wird festgestellt, ob und welche Art von Krebs vorliegt, wie aggressiv er ist und welche Eigenschaften er hat.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Was genau hat die histologische Untersuchung bei mir ergeben?

  • Wie sicher ist die Diagnose auf Basis der Histologie?

  • Welche weiteren Tests sind noch geplant?

Liquid Biopsy

Bluttest der Tumor-DNA nachweist — ohne Gewebeentnahme

Liquid Biopsy (flüssige Biopsie) ist ein Bluttest, der frei zirkulierende Tumor-DNA im Blut nachweist. Er kann Informationen über den Tumor liefern, ohne eine Gewebeprobe zu entnehmen. Wichtig: Eine Liquid Biopsy kann eine herkömmliche Gewebebiopsie nicht vollständig ersetzen — sie ergänzt sie.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Ist eine Liquid Biopsy für meine Situation sinnvoll?

  • Was kann dieser Test bei mir zeigen?

  • Ersetzt die Liquid Biopsy eine normale Biopsie?

MRT

Magnetresonanztomographie — Schnittbilder ohne Röntgenstrahlung

Das MRT (Magnetresonanztomographie) erzeugt detaillierte Schnittbilder mithilfe von Magnetfeldern — ohne Röntgenstrahlung. Es eignet sich besonders für Weichteilgewebe wie Gehirn, Brust oder Leber. Bei Krebs wird es zur Diagnose, zum Staging und zur Verlaufskontrolle eingesetzt.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Warum wird bei mir ein MRT gemacht?

  • Was zeigt das MRT bei meiner Erkrankung besonders gut?

  • Muss ich etwas beachten — z.B. Metallimplantate?

PET-CT

Bildgebung die Stoffwechselaktivität und Struktur kombiniert zeigt

PET-CT kombiniert zwei Untersuchungen: Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zeigt Stoffwechselaktivität — aktive Krebszellen verbrauchen mehr Zucker und leuchten auf. Die Computertomographie (CT) zeigt die genaue Lage und Größe. Zusammen geben sie ein sehr genaues Bild der Erkrankung.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Warum wird bei mir ein PET-CT gemacht?

  • Was genau wird damit gesucht?

  • Wie lange dauert die Untersuchung und was muss ich vorbereiten?

Staging

Bestimmung des Ausbreitungsstadiums einer Krebserkrankung

Staging beschreibt, wie weit sich der Krebs im Körper ausgebreitet hat. Die meisten Krebsarten werden in Stadien I bis IV eingeteilt. Stadium I bedeutet lokal begrenzt, Stadium IV bedeutet, dass der Krebs sich in andere Organe ausgebreitet hat. Das Stadium ist entscheidend für die Wahl der Therapie.

Fragen, die du stellen kannst:

  • In welchem Stadium ist meine Erkrankung?

  • Was bedeutet dieses Stadium für meine Behandlungsoptionen?

  • Wie wurde das Stadium bei mir festgestellt?

TNM-Klassifikation

Internationales System zur Beschreibung der Tumorausbreitung

TNM ist ein international standardisiertes System zur Beschreibung der Tumorausbreitung. T steht für die Größe des Tumors, N für den Befall von Lymphknoten (Nodi) und M für Fernmetastasen. Zum Beispiel bedeutet T2 N1 M0: mittelgroßer Tumor, Lymphknoten befallen, keine Fernmetastasen.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Wie lautet meine genaue TNM-Klassifikation?

  • Was bedeuten die einzelnen Werte in meinem Fall?

  • Wie hängt die TNM-Klassifikation mit meinem Stadium zusammen?

Tumor-Marker

Substanzen im Blut die auf Krebs hinweisen können

Tumor-Marker sind Substanzen im Blut oder Gewebe, die bei bestimmten Krebserkrankungen erhöht sein können. Sie werden vor allem zur Verlaufskontrolle eingesetzt. Wichtig: Erhöhte Tumor-Marker alleine bedeuten nicht zwingend Krebs, und nicht jeder Krebs erhöht Tumor-Marker — sie können eine Diagnose nicht alleine stellen.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Welcher Tumor-Marker wird bei mir gemessen?

  • Was sagt der aktuelle Wert über meinen Krankheitsverlauf aus?

  • Wie oft werden die Tumor-Marker kontrolliert?

Zytologie

Untersuchung einzelner Zellen unter dem Mikroskop

Zytologie ist die Untersuchung einzelner Zellen unter dem Mikroskop — im Gegensatz zur Histologie, die ganze Gewebeverbände untersucht. Sie wird zum Beispiel beim Pap-Abstrich, bei Punktionen von Flüssigkeiten oder bei Feinnadelbiopsien eingesetzt.

Fragen, die du stellen kannst:

  • Was genau wird bei meiner zytologischen Untersuchung angeschaut?

  • Wie sicher ist die Diagnose durch Zytologie?

  • Ist zusätzlich eine Histologie (Gewebeprobe) nötig?

Wie du diese Begriffe im Alltag nutzt

Wenn du weitere Begriffe verstehen möchtest, findest du hier die nächsten Teile der Reihe:

Und wenn du den großen Überblick möchtest: In meinem kostenlosen Leitfaden fasse ich alles zusammen, was KI im Krebsalltag leisten kann — und was nicht. —> Leitfaden hier erhalten

Für verlässliche, geprüfte medizinische Informationen empfehle ich den kostenlosen Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (Telefon 0800 420 30 40, täglich 8–20 Uhr) sowie die Deutsche Krebshilfe.

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Tumor-Eigenschaften verstehen: HER2, Ki-67, Rezeptorstatus und Genetik einfach erklärt

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